Curriculum Zahnärztliche Chirurgie

- Neu konzipiert -

Serienstart: 12./13.04.2019

 

Das zahnärztliche Handeln zielt auf die Gesunderhaltung und Heilung - in manchen Fällen auch den Ersatz der Strukturen der Mundhöhle. Ein Teil unserer Arbeit spielt sich dabei im Bereich der Chirurgie ab. In Zeiten von steigendem medizinischen Komplexitätsgrad der Patienten, immer weiter erhöhten administrativen und rechtlichen Voraussetzungen, bietet dieser Arbeitsbereich hohe Anforderungen. Dabei gehört zumindest die Einschätzung oralchirurgischen Handlungsbedarfs zum zahnmedizinischen Alltag.

 

Aufgrund dieser Situation entschied sich die APW ein Curriculum aufzulegen, welches dem Praktiker im Alltag helfen soll, diesen Arbeitsbereich sicher angehen zu können. Beginnend bei rechtlichen und medizinischen Grundlagen und grundlegenden chirurgischen Fähigkeiten, werden die Bereiche der zahnärztlichen Chirurgie behandelt. Dentale Traumatologie, Parodontalchirurgie, Implantatassoziierte Chirurgie und auch zahnerhaltende Chirurgie werden ebenso behandelt.

 

Praktische Übungen dienen der Vertiefung der Inhalte und werden von den Inhalten der Digitalen Kursräume begleitet. In Kombination mit den Präsenzveranstaltungen soll so ein optimaler Lernerfolg erreicht werden.

 

Wir freuen uns, dass wir hochkarätige Referenten für diese Veranstaltungsserie gewinnen konnten und freuen uns darauf, Sie zum Curriculum Zahnärztliche Chirurgie begrüßen zu dürfen.

 

Die Teilnahme wird mit der Verleihung einer Teilnahmebestätigung bestätigt.

 

 

 

WK01 Medizinische und rechtliche Grundlagen

Medizinische und rechtliche Grundlagen

 

Grundlage jeden chirurgischen Handelns ist die Kenntnis der Anatomie. Mit den Teilnehmern werden bekannte und weniger bekannte anatomische Gegebenheiten der Mundhöhle als Einstieg in das Curriculum erarbeitet. In der zahnärztlichen Chirurgie findet sich zudem eine der Hauptschnittstellen mit der Medizin. Das erste Wochenende des Curriculums führt die Teilnehmer dementsprechend in die nötigen medizinischen und pharmakologischen Grundlagen ein. Zudem wird auf die rechtlichen Grundlagen, die korrekte chirurgische Vorbereitung und Hygieneanforderungen eingegangen.

 

  • Allgemeinmedizin
  • Pharmakologie
  • Aufklärungswesen
  • Hygieneanforderungen
  • Anatomie

 

WK02 Basischirurgie

Basischirurgie

 

Bei Zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen wird der Behandlungserfolg durch die anatomischen Voraussetzungen einerseits und durch das Wissen bzw. die Erfahrung des Operateurs andererseits maßgeblich beeinflusst. Im Mittelpunkt dieses Kurses steht daher die Vermittlung des richtigen präoperativen, intraoperativen und postoperativen Vorgehens in der Zahnärztlichen Chirurgie allgemein sowie in der Zahnärztlichen Implantologie im Speziellen. Wichtige juristische Grundlagen zu zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen runden das Kursangebot ab.

 

Inhalte:

 

Tag 1:
OP-relevantes Grundwissen (Anatomische Besonderheiten, Nervstrukturen, Nervschäden, Gefäßstrukturen, Wundarten und Wundheilung)

Voraussetzungen für ambulantes Operieren (Räumliche Voraussetzungen, Notfallausstattung, Instrumentelle Ausstattung)

OP-Vorbereitung (Juristische Aspekte, Medikamentöse Unterstützung, Vorbereitung Patient, Vorbereitung Team)

 

Tag 2:
OP – Systematik (Schnittführungen, OP-Ablauf, Arztbrief, Dokumentation)

Wundmanagement und Komplikationen (Blutstillung, Gerinnungssystem, Wundversorgung, Nahtmaterialien, Gewebekleber, Komplikationen)

Zahnärztliche Lokalanästhesie (Neurophysiologische Grundlagen, Pharmakokinetik, Präparate, Indikationen und Kontraindikationen, Technik der LA, Komplikationen, Monitoring)

 

Praktische Übungen (Weichgewebspräparationen am Schweinekiefer)

 

WK03 Zahnerhaltende Chirurgie

Zahnerhaltende Chirurgie

 

An diesem Kurswochenende werden die Wurzelspitzenresektion (WSR), die Chirurgische Kronenverlängerung, die Zahntransplantation sowie deren Bildgebende Verfahren vermittelt. 

 

Den Teilnehmern wird beginnend bei Diagnostik und Indikationsstellung eine Übersicht über die Möglichkeiten der chirurgischen Zahnerhaltung gegeben. Hier steht sicherlich die Wurzelspitzenresektion als weitverbreitetstes Verfahren im alltäglichen Praxisgeschäft im Vordergrund. Insbesondere auf bildgebende Möglichkeiten der Differenzierung zwischen erhaltungswürdigen und nicht erhaltungswürdigen Zähnen wird im Verlauf des Kurses vertiefend eingegangen.

 

Bezugnehmend auf die chirurgische Kronenverlängerung soll den Teilnehmern die prothetische Wiedernutzbarmachung von auf den ersten Blick verlorenen Wurzelstümpfen vermittelt werden, sowie deren Nutzen bezüglich ästhetisch wichtigen Teilbereichen (Gummy-Smile Korrekturen etc.). Im Kurs werden diesbezüglich verschiedene Indikationen und Möglichkeiten erörtert. Die Zahntransplantation wird heutzutage in der Praxis nicht häufig durchgeführt. Sie kann jedoch in ausgewählten Situationen eine gute Therapieoption sein. Das Erkennen solcher Situationen und ihre Durchführung stehen hier im Vordergrund.

WK04 Dentale Traumatologie

Dentale Traumatologie

 

Eine Verletzung im (sichtbaren) Mundbereich kann zum einschneidenden Erlebnis für den Betroffenen, oftmals ein Kind, werden. Während in der Vergangenheit die Therapie nach Zahntrauma von restaurativen Aspekten geprägt war, fokussiert eine moderne, biologisch orientierte, evidenzbasierte Traumatologie auf die Förderung der Wundheilungsvorgänge in der Pulpa sowie im Parodont. Zellphysiologische Lagerungsmedien, Tetrazykline, Steroide, Schmelz-Matrix-Proteine, biokompatible sowie biomimetische Materialien sind einzelne Puzzleteilchen die sich zu neuen Therapiekonzepten ergänzen und in komplexen Fällen über Zahnerhalt oder -Verlust entscheiden.

 

Bei Kindern gilt es negative Auswirkungen auf das Kieferwachstum zu vermeiden und der noch hohen Lebenserwartung der Patienten Rechnung zu tragen. Die Teilnehmer erhalten einen tiefen Einblick in das aktuelle klinische Behandlungskonzept des Zahnunfallzentrums Würzburg: aktuell, prägnant, praxistauglich. Der Kurs lässt Sie jedem zukünftigen Zahntrauma entspannter gegenüberzustehen.


Kursinhalte

 

  • Restaurative Versorgung frakturierter Zähne
  • Vitalerhaltung bei Frakturen und Dislokationen
  • Endodontie bei offenem Apex: MTA Apexifikation oder Revitalisation der Pulpa?
  • Chirurgische Extrusion zum Erhalt von Zähnen mit tiefen subgingivalen Frakturen
  • Aktuelle Therapie bei Dislokationsverletzungen
  • Antiresorptiv-regenerative Therapiekonzepte
  • Wurzelresorptionen und deren Behandlung
  • Intentionelle Replantationen

 

Praktische Übungen

 

  • Apical plug MTA
  • Schienung
  • Chirurgische Extrusion mit Benex

 

WK05 Mundschleimhauterkrankungen und Onkologie

Mundschleimhauterkrankungen und Onkologie

 

Tag 1

 

  • Mundschleimhauterkrankungen
  • Vorläuferläsionen und Krebsfrüherkennung                                 
  • Methoden der Unterstützung in der Früherkennung                                                                                         
  • Leitlinien und Forensische Aspekte (Empfehlungen und medizinischer Standard, Verspätete Diagnose, Diagnoseirrtum, Befunderhebungsfehler, Horizontale Arbeitsteilung (z.B. zwischen Zahnarzt  und Oralchirurg), Aufklärungspflichten)     
  • Lichen der Mundschleimhaut                                                                     


Diskussion und Zusammenfassung des ersten Kurstages  

 

Tag 2

 

  • Weitere Mundschleimhauterkrankungen

                    
- Entzündliche Erkrankungen
- immunologische Erkrankungen
- vaskuläre Läsionen
- Pigmentierte Schleimhauterkrankungen
- Artefakte
- Mundschleimhautveränderungen im Zusammenhang mit systemischen internistischen Erkrankungen

 

 

  • Wechselwirkungen zwischen Onkologie und Zahnheilkunde

- Manifestationen maligner Erkrankungen in der Mundhöhle

- Therapiefolgen auf dem Gebiet der ZMK

- Aspekte der Zusammenarbeit mit Onkologie und Strahlentherapie

-  Antiresorptivatherapie: Grundlagen,  Präventive Maßnahmen, Therapiebegleitende Maßnahme,  Komplikationen                          
-  Strahlentherapie:  Grundlagen,  Präventive Maßnahmen, Therapiebegleitende Maßnahme,  Komplikationen                    
-  Fokussanierung bei onkologischen Erkrankungen
            
                                        

  • Alarmsymptome, Handlungsempfehlungen und diagnostische Algorithmen    

- Tumorverdächtige Schleimhautläsion
- Vermutet entzündliche Schleimhautläsion
- Unklare Schleimhautläsion
- Unklarer Schmerz
- unklare Raumforderung
- unklare Kieferklemme
- Sensibilitätsstörung
- Fistel/Freiliegender Knochen
- Pigmentierte Läsion
- Der Patient hat nichts, was tun?

 

  • Diagnostik Quiz                            

Diskussion und Zusammenfassung des zweiten Kurstages            

 

         

WK06 Osteotomie

Osteotomie

 

Inhalte

 

  • Knochenphysiologie
  • Zysten
  • odontogene Tumoren
  • schwierige verlagerte Zähne
  • Komplikationen

 

Das Verständnis der Zusammenhänge zwischen oralen Befunden, dem radiologischen Befund und dem Verständnis der Physiologie sowie der Aufarbeitung des makroskopischen in das mikroskopische, also die orale Pathologie, stellen in der Überschau die Grundlage unseres ärztlichen Handelns dar.

 

Im Rahmen der Veranstaltung soll an Hand klinischer Beispiele und unter Einbeziehung der gemeinsam erarbeiteten Wissensgrundlagen das Gebiet der häufigsten Tumoren, ihrer Abgrenzung zu den oralen Zysten und die Erkennung und Therapie schwieriger verlagerter Zähne erfolgen. Hierbei hat sich in den letzten Jahren, bzw. Jahrzehnten das eine oder andere getan, neue Erkrankungen sind dazu gekommen und andererseits hat sich in der Diagnostik, Terminologie und Therapie einiges geändert. Dies kann man unter anderem am Beispiel der Diagnostik seit der Einführung des DVT´s festmachen, mit dem DVT hat sich ein wesentliches und wertvolles radiologisches Werkzeug hinzugesellt,  welches die Diagnostik prä- und postoperativ maßgeblich beeinflusst und auch in Zukunft beeinflussen wird.

 

Wie immer liegt die Gefahr bei neuen Techniken im Detail, d.h. das nur bei fachgerechter Interpretation des Gesehenen neue Techniken und Werkzeuge ein Gewinn für die Therapieentscheidung und Durchführung sind. Exemplarisch am Beispiel der Keratozyste wird deutlich, wie sich unter Umständen Sichtweisen und damit auch Therapieoptionen und Entscheidungen im Laufe der Zeit geändert haben. Als Zyste gestartet und im Laufe der Zeit zum „echten“ Tumor geadelt, hat sie nun in der aktuellsten Fassung der WHO Klassifikation 2017 wieder den Rückzug in die „normalen“ Zysten gefunden. Dies ist natürlich nicht nur für den Pathologen sondern auch für den Behandler und letztendlich auch für den Patienten von nicht unerheblicher Bedeutung.

 

WK07 Implantatassoziierte Chirurgie

Implantatassoziierte Chirurgie

 

Ein wesentlicher Teil implantologischer Maßnahmen wird vom chirurgischen Können und chirurgischen Handwerk bestimmt. In dem Kursmodul „Implantatassoziierte Chirurgie“ werden die Grundlagen der Implantatchirurgie vermittelt.

 

Dazu zählt die Vorbereitung des Patienten, Aufklärung und Prämediakation und die operative Durchführung. Ebenso auch das Komplikationsmanagement und die Nachsorge. In Vorbereitung auf chirurgische Maßnahmen wird auf einfache Augmentationen sowie auf Kieferkammerhaltung (Soccet – und Richpräservation) eingegangen. Der Fokus liegt dabei auf einfachen, in der zahnärztlichen Praxis durchführbaren Augmentationen, wie z. B. GBR und Weichgewebschirurgie. In der Nachsorge werden auf die Grundlagen der periimplantären Chirurgie im Sinne der Weichgewebschirurgie, aber auch der Behandlung von periimplantären Entzündungen (Mucositis, Periimplantitis) eingegangen.


Der inhaltliche Fokus dieses Moduls liegt auf der praktischen Durchführung anhand von Falldemonstrationen und OP Videos. In einem umfangreichen Hands on Modul am ex vivo Tiermodell werden Ridgwe Preservation, Implantatinsertion, Schnittführungen, Nahttechniken sowie GBR durch die Teilnehmer durchgeführt.

 

Das Modul richtet sich damit an Teilnehmer, die in die zahnärztliche Chirurgie einsteigen möchten oder ihre Kenntnisse der Grundlagen auffrischen möchten.

 

WK08 Parodontalchirurgie

Parodontalchirurgie

 

Hinter dem Begriff Parodontalchirurgie verstecken sich eine ganze Reihe verschiedener chirurgischer Bereiche mit zum Teil ganz unterschiedlichen Zielsetzungen. Hierbei reicht das Spektrum von der klassischen Taschenelimination durch resektive Verfahren bis hin zur Deckung gingivaler Rezessionen mit aufwendigen Lappenplastiken und Gewebetransplantaten.

 

Im Rahmen des Wochenendkurses sollen möglichst viele Techniken aus verschiedenen Bereichen demonstriert und geübt werden. Der Fokus wird auf der Umsetzung des mikrochirurgischen Konzepts zur Verbesserung der Hart- und Weichgewebe liegen.

WK09 Ästhetik

Ästhetik

 

Dieser Kurs handelt nicht nur einen Aspekt der Roten-Ästhetik ab, sondern zeigt eine Vorgehensweise, bei der die wichtigsten Bausteine systematisch zu einem Konzept zusammengebracht werden. Wir vermitteln Ihnen minimalinvasive Behandlungsstrategien in Rot-Weißer Ästhetik, mit denen Sie einfach und gezielt ein vorhersehbares Ergebnis erreichen.

 

In lockerer und dynamischer Weise erleben Sie einen Kurs von Praktikern für Praktiker. Das Motto lautet: „What you see is what you can do “. Es werden nur Methoden vorgestellt, die Sie in Ihrer täglichen Praxis ab morgen bereits anwenden können.


Themenübersicht:

 

▪ Ästhetische Analyse
▪ Das Display
▪ Die gesunde und ästhetische Gingiva
▪ Die Ästhetikklassen
▪ Parodontale Mikrochirurgie
▪ Klinisch relevante Problemsituationen
▪ Gummy-smile / Asymmetrischer Gingivaverlauf, Gingivektomie
▪ Kronenverlängerung minimalinvasiv
▪ Rezessionsdeckung
▪ Verfärbungen, Kronenschatten
▪ Papillenverlust
▪ Ponticgestaltungen
▪ Rote Ästhetik und KFO
▪ Rote Ästhetik und Implantologie
▪ Erhaltungsmaßnahmen
▪ Planung
▪ Freilegungstechniken
▪ Must‘s and Dont‘s
▪ Ästhetische Todsünden – Stolpersteine oder wie erkenne ich „Finger-weg“-Falle?

 

WK10 Planungen, Komplikationen, Ästhetik 2 und Abschlussgespräche

Planungen, Komplikationen, Ästhetik 2 und Abschlussgespräche

 

Als Abschluss des Curriculums wird dieses Wochenende in Fortsetzung der Thematik des 9. Wochenendes auf die extraorale Ästhetik, Beeinflussungsmöglichkeiten und deren Wirkung auf das zahnärztliche Handeln begonnen.

 

Zudem werden verschiedene Inhalte des Curriculums wie die chirurgische Planung, Fallstricke und Komplikationsmanagement wiederholt und vertieft. Hierzu finden auch praktische Übungen statt. Das Curriculum wird mit dem Abschlussgespräche beendet.

 

  • Extraorale Ästhetik
  • Komplikationsmanagement
  • Chirurgische Planungen und Fallstricke
  • Ridge Preservation
  • Hämostyptika mit praktischer Übung
  • Abschlussgespräch

 

Ansprechpartner/-in

Sonja Beate Lucas
0211/669673-42

Informationen

Kursart: CURRICULUM
Fachgebiet:

Gebühren (je WK)

Kursgebühr: 730.00000000000000000000 EUR
Für DGZMK-Mitglieder: 680.00000000000000000000 EUR
Für APW-Mitglieder: 630.00000000000000000000 EUR

Referenten

Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas
Dr. med. dent. Christoph Bremmer
Prof. Dr. Herbert Deppe
Dr. med. dent. Kai Fischer
Prof. Dr. Gabriel Krastl
Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel
Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel
Dr. Thomas A. Schwenk
Dr. Marcus Striegel
Dr. Dr. Markus Tröltzsch