Curriculum Prothetik für Berufsanfänger -

Fit für den prothetischen Praxisalltag

Das Studium erfolgreich abgeschlossen – und schon beginnt der Praxisalltag mit einer hohen Eigenverantwortung in der Patientenbehandlung. Die Erwartungen der Patient:innen, aber auch die eigenen Ansprüche an die Qualität der Behandlung sind hoch. Gleichzeitig zeigt sich schnell: Die Routine fehlt noch. Insbesondere komplexe Befundsituationen fordern die eigenen Fähigkeiten heraus und führen nicht selten zu Unsicherheiten.

Gerade in diesen Momenten wünscht man sich häufig, noch einmal Fragen stellen zu können wie im Studium – und jemanden zu haben, der die eigene Arbeit mit einem erfahrenen Blick begleitet. Vieles wird im Praxisalltag durch kollegialen Austausch aufgefangen. Dennoch kann eine strukturierte Weiterbildung, die gezielt auf dem im Studium erworbenen Wissen aufbaut und dieses in den praktischen Alltag überträgt, eine entscheidende Unterstützung sein.

Hier setzt das Curriculum „Fit für den prothetischen Praxisalltag“ an. Im Mittelpunkt steht ein außergewöhnlich hoher Hands-on-Anteil, der dieses Curriculum bewusst von vielen klassischen Fortbildungsformaten unterscheidet. Ziel ist es, theoretisches Wissen unmittelbar praktisch umzusetzen, Behandlungsschritte aktiv zu trainieren und typische klinische Situationen gemeinsam zu erarbeiten.

Die Veranstaltungen verbinden theoretische Grundlagen unmittelbar mit praktischer Umsetzung. Die weiteren Module finden in Präsenz statt und umfassen jeweils einen Tag mit einem hohen Hands-on-Anteil. Komplexe prothetische Behandlungsmaßnahmen werden zunächst gemeinsam erarbeitet und anschließend im Hands-on-Format praktisch umgesetzt. Zur Einführung wird das erste Modul online durchgeführt.

Neben strukturierten Behandlungskonzepten stehen dabei insbesondere klinische Tipps und Tricks aus dem Praxisalltag im Fokus. Die Teilnehmerzahl ist bewusst begrenzt, um ausreichend Raum für Fragen, Diskussionen und den Austausch eigener klinischer Fälle zu schaffen. Dadurch entsteht eine Lernatmosphäre, die sich deutlich an den Bedürfnissen junger Kolleg:innen orientiert: praxisnah, interaktiv und kollegial.

Ziel des Curriculums ist es, Sicherheit im Umgang mit anspruchsvollen prothetischen Behandlungssituationen zu gewinnen. Gleichzeitig soll ein nachhaltiges Netzwerk entstehen, das den Teilnehmer:innen auch über die Fortbildung hinaus einen kollegialen Austausch ermöglicht – bei Bedarf auch unter Einbeziehung der Referent:innen.

Voraussetzung:
Das Curriculum richtet sich an Kolleg:innen bis fünf Jahre nach der Approbation. Bei Elternzeit verlängert sich der Teilnahmezeitraum entsprechend, maximal jedoch bis acht Jahre nach der Approbation.

INTRO - Einführungsveranstaltung

Zur Einführung wird ein ca. zweistündiges Online-Treffen durchgeführt. Damit bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich auf die einzelnen Module vorzubereiten. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellen die Referentinnen und Referenten die einzelnen Module vor. Hier haben Sie auch die Gelegenheit, spezielle Wünsche zu äußern, die wir – wenn möglich – gerne berücksichtigen. Zudem bietet diese Einführungsveranstaltung die Möglichkeit, dass sich die Teilnehmer:innen kennenlernen und bereits im Vorfeld vernetzen können.

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WK01 - Einführungsveranstaltung

Der Fokus dieses Moduls liegt auf der sicheren klinischen Anfertigung festsitzender vollkeramischer Restaurationen. Der praktische Teil des Moduls bildet die klinischen Arbeitsschritte zur zahnfarbenen Restauration mit Fokus auf die sichere und strukturierte Umsetzung verschiedener Präparationsdesigns im Front- und Seitenzahnbereich (z. B. Teilkrone, Veneer, Adhäsivbrücke) ab.

Dabei wird besonderer Wert auf ein strukturiertes, standardisiertes Vorgehen gelegt – angefangen bei der Vorbereitung und der provisorischen Versorgung bis hin zur adhäsiven Eingliederung. Unterstützt durch eine theoretische Auffrischung zur indikationsbezogenen Materialauswahl und ästhetischen Analyse sowie durch praktische Demonstrationen werden die Teilnehmer Schritt für Schritt durch die klinischen Prozesse geführt.

Dabei führen alle Teilnehmer die Präparationsschritte selbstständig am Phantomkopf aus. Das Modul basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischer Erfahrung – gespickt mit praktischen Tipps für den zahnärztlichen klinischen Alltag.

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WK02 - Die perfekte Abformung

Moderne Prothetik erfordert zwingend ein dreidimensionales Abbild der Patientensituation als Arbeitsgrundlage für das zahntechnische Labor. Die Qualität der fertigen Arbeit hängt damit entscheidend von der Präzision und Darstellungsgenauigkeit der Abformung ab, unabhängig davon, ob diese konventionell oder digital erfolgt.

Der Kurs vermittelt wichtige Grundlagen zu den verfügbaren Techniken sowie deren Vorbereitung und Durchführung – sowohl bei der konventionellen als auch bei der digitalen Abformung. In einem praktischen Teil können die Teilnehmer die erlernten Techniken selbst durchführen.

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WK03 - Der perfekte Biss

Der „perfekte Biss“ ist weit mehr als nur das harmonische Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer – er bildet die Grundlage für Funktion, Ästhetik und langfristigen Behandlungserfolg. Dieses Modul vermittelt praxisnah die Grundlagen der funktionellen Diagnostik, Kieferrelationsbestimmung und okklusalen Therapie.

Der Kurs verbindet ein theoretisches Online-Modul am Freitagnachmittag mit einem praxisorientierten Hands-on-Präsenztag. Im theoretischen Teil werden die Grundlagen der instrumentellen Funktionsanalyse, digitale und analoge Verfahren der Kieferrelationsbestimmung sowie aktuelle Leitlinien vermittelt – mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen prothetischer Veränderungen auf Okklusion und Kieferrelation.

Ergänzend werden Themen wie Bisshebung, okklusale Dysästhesie, Okklusopathien und der CMD-Kurzcheck praxisorientiert besprochen. Der praktische Kurstag ermöglicht den Teilnehmer:innen die direkte Umsetzung der theoretischen Inhalte. Dazu gehören Übungen mit Gesichtsbogen, Zentrik- und Stützstiftregistraten, die analoge Artikulatorprogrammierung (Protrusions- und Laterotrusionsbahnen) sowie praktische Anwendungen mit Zebris und die Übertragung in Exocad.

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WK04 - Die perfekte Prothese

Abnehmbarer Zahnersatz spielt nach wie vor eine relevante Rolle im Therapiespektrum der zahnärztlichen Prothetik. Mit der Entwicklung neuer Materialien und Techniken gibt es so viele Möglichkeiten wie nie zuvor.

Der Schwerpunkt des Moduls liegt auf der Planung und Umsetzung verschiedener Optionen zur Rehabilitation mit abnehmbarer Prothetik. Dabei werden sowohl die Möglichkeiten und Verfahren zur Herstellung von Totalprothesen als auch komplexerer Formen des abnehmbaren Zahnersatzes bis hin zur einfachen Defektprothetik umfassend behandelt, hinsichtlich ihrer Evidenz dargestellt und sowohl aus zahnärztlicher als auch aus zahntechnischer Perspektive beleuchtet.

Der Kurs wird durch verschiedene praktische Übungen rund um die abnehmbare Prothetik abgerundet.

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WK05 - Implantatprothetik

Die implantologische Versorgung gehört heute zum festen Bestandteil des prothetischen Praxisalltags. Gleichzeitig entscheidet nicht allein die chirurgische Implantation über den langfristigen Erfolg, sondern insbesondere die prothetisch orientierte Planung und Umsetzung der Versorgung. Ziel des Moduls ist es, ein strukturiertes Verständnis für implantatprothetische Behandlungskonzepte zu vermitteln und Sicherheit in der klinischen Entscheidungsfindung zu schaffen.

Im Mittelpunkt stehen praxisrelevante Fragestellungen wie die Auswahl geeigneter Implantatsysteme und Implantatdesigns aus prothetischer Sicht, Unterschiede verschiedener Implantatinnenverbindungen (z. B. Innenkonus versus Flat-to-Flat-Verbindungen) sowie die prothetisch orientierte dreidimensionale Implantatpositionierung. Ergänzend werden unterschiedliche Versorgungskonzepte für festsitzende und herausnehmbare implantatgetragene Rehabilitationen diskutiert.

Weitere Schwerpunkte sind verschraubte versus zementierte Versorgungen, moderne Verankerungselemente, der klinische Einsatz von Short- und Mini-Implantaten sowie Grundlagen der digitalen Implantatplanung. Aspekte der Implantatabformung werden praxisorientiert aufgegriffen und in Bezug zu digitalen Workflows gesetzt.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Hands-on-Anteil des Moduls. Die Teilnehmer:innen führen eigene Implantationen am Modell durch und erarbeiten implantatprothetische Konzepte anhand klinischer Fallbeispiele und digitaler 3D-Planungen. Ziel ist es, implantologische Behandlungen stärker prothetisch zu denken und typische klinische Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

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WK06 - Die perfekte prothetische Planung
Anhand verschiedener Fallbeispiele werden die Grundlagen einer synoptischen Behandlungsplanung speziell für komplexe Situationen erläutert. Dabei wird auf die Differenzialentscheidung zwischen festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz mit oder ohne zusätzliche Implantate eingegangen. Klassische Problembereiche und deren Vermeidung sowie typische Lösungskonzepte werden vertiefend besprochen. Die prothetisch orientierte Implantatplanung wird gemeinsam erarbeitet.
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Ihre Ansprechpartnerin

Anja Kaschub

Informationen

Kursart: CURRICULUM
Fachgebiet: Prothetik

Referenten:

aktuell keine Referenten